Der Bereich Eisenfunde

Der Projektbereich Eisen wurde in drei Teilprojekte unterteilt: Erstversorgung, Langzeitlagerung und Entsalzung (Abb. 1).

Im Rahmen der Erstversorgung soll ein möglichst kostengünstiges, simples und effektives Verpackungsprinzip gefunden werden. Hier sind allerdings viele Anforderungen von Seiten der Wissenschaftler, Grabungsmannschaften und Restauratoren zu erfüllen, so dass sich Kompromisse schwerlich werden vermeiden lassen. Das erfolgversprechendste Prinzip scheint das schnelle Verpacken von Funden in möglichst gasdichte, aber auch erschwingliche Folien bis zur Bearbeitung in der Werkstatt, um eine Akaganeitbildung möglichst gering zu halten oder gar zu vermeiden. Zusätze wie Silicagel oder Sauerstoffabsorber können unterstützend wirken. Ebenfalls untersucht werden soll, welchen Einfluss es hat, wenn man Objekte möglichst schnell trocknet oder über ein Verpacken mit Umgebungserde feucht hält. Eine erste Probenserie erfolgt mit Funden aus einer Grabung in Manching, die Anfang des Jahres dort auf dem Leisenhartfeld stattfand (Siedlungsareal). Dorthin wurde zum Testen ein kleines – küchenübliches – Vakuumschweißgerät mit verschiedenen Folien und Zusätzen gegeben, so dass die Funde vor Ort und unter Grabungsbedingungen verpackt werden konnten.

Im Bereich der Langzeitlagerung können aufwändigere Methoden getestet werden, die beispielsweise größeres Gerät erfordern. Neben verschiedenen Verpackungsprinzipien sollen auch Systeme untersucht werden, deren Ansatzpunkt eine sauerstofffreie bzw. sehr trockene Lagerung ist. Als Beispiel wäre hier die Rückbegasung mit Stickstoff zu nennen. Hier werden ebenfalls Frischfunde von der Grabung in Manching verwendet. Um die Dichte von Folien, die Effektivität der Sauerstoffabsorber u.ä. überprüfen zu können, wurde ein non-invasives Sauerstoffmessgerät angeschafft (Abb. 2). Außerdem werden Wiege- und optische Kontrollen vorgenommen, um eventuell vorhandene frühe Anzeichen der Akaganeitbildung zu erkennen. Diese könnten im Idealfall als Indikatoren für die Wahl der Behandlung dienen (Abb. 3). Um die verschiedenen Verpackungstypen in der Werkstatt reproduzierbar zu testen, wird zudem das Verhalten von künstlich hergestelltem Akaganeit beobachtet. Hierfür werden Eisen- und vierfach hydratisiertes Eisenchloridpulver im Verhältnis 1:1 zusammen gemischt.


Im Teilprojekt Entsalzung sollen zum einen bestehende Methoden miteinander verglichen und zum andern einige Variationen ausgetestet werden. Neben der NaSO3-Entsalzung gilt es u.a. die Möglichkeiten der Gasreduktion zu überprüfen. Eine Probenentsendung an andere Institute wäre in Betracht zu ziehen, um beispielsweise neue Methoden wie die Entsalzung in subkritischer alkalischer Flüssigkeit in den Vergleich aufzunehmen. Da es sich bei der Entsalzung um ein sehr intensiv beforschtes Feld handelt, ist es zudem sinnvoll, sich mit anderen forschenden Institutionen abzustimmen, um Doppelungen zu vermeiden. Der Bereich Entsalzung soll an Altfunden aus dem Massenfundkomplex Steinheim, einem frühmittelalterlichen Gräberfeld, getestet werden. Der Fortschritt der NaSO3-Entsalzung wird über Titration verfolgt. Weitere Analysen der Proben werden über Röntgen, Mößbauer-Spektroskopie und, wenn möglich, Neutronenaktivierungsanalyse vorgenommen. In diesem Bereich streben wir eine enge Zusammenarbeit mit dem RGZM und der Uni Mainz an, um die dortigen Möglichkeiten wie z. B. die Neutronenaktivierungsanalyse nutzen zu können. Die Erfassung der Daten erfolgt in einer eigens dafür und in gemeinsamer Arbeit erstellten Datenbank.

Cristina Mazzola