Vergleich von Ökonomie und Ökologie der Konservierungsverfahren

Neben der Zielsetzung archäologischen Objekten die konservatorisch bestmöglichste Behandlung zukommen zu lassen, können bei der Bearbeitung von Massenfunden und beschränkten finanziellen Mitteln natürlich auch die Kosten Einfluss auf das Konservierungskonzept haben. Personalkosten (abhängig vom Zeitaufwand), Kosten für Konservierungsmittel und benötigtem Equipment (abhängig von Konservierungsmethode), sowie die Kosten für den Energiebedarf (Wasser- oder Strom) spielen hierbei die entscheidende Rolle.

Zudem stellt sich heutzutage auch die Frage nach der Ökologie der Verfahren: Wie hoch ist der Energieaufwand? Besteht eine erhöhte Gefährdung für den Anwender (Arbeitssicherheit)? Fallen Gefahr- oder Problemstoffe an und wie müssen diese entsorgt werden? Um hierfürr vergleichbare Werte/Aussagen zu bekommen bekamen alle Projektteilnehmer die gleiche theoretische Aufgabe. Anhand eines fiktiven Auftrages zur Konservierung eines römischen Brunnens sollten die hierzu notwendigen Leistungen kalkuliert werden.

Gegeben waren folgende Informationen:

Stück Form Holzart Länge Breite Dicke Umax Volumen
12 Dielen Eiche 120cm 30cm 4cm 250% 0,173m3
4 Balken Kiefer 200cm 14cm 14cm 380% 0,157m3
Volumen gesamt: 0,33m3
 
Oberfläche gesamt: 14,72m2
Nassgewicht je Diele ca. 16kg x 12 Stk. = Nassgewicht Eiche gesamt: 192kg
Nassgewicht je Balken ca. 42kg x 4 Stk. = Nassgewicht Kiefer gesamt: 168kg
Nass-Gewicht gesamt: 360kg


Damit z.B. unterschiedlich angesetzte Lohn- oder Stromkosten oder einmalige Anschaffungskosten für teurere Gerätschaften den Vergleich nicht verzerren, wurde hierbei auf eine Kostenrechnung verzichtet und der Aufwand nach folgenden Kriterien unterschieden :

Betriebskosten, wie Kosten für Miete/Pacht von Räumlichkeiten und dazugehörigen Nebenkosten, sowie Versicherungen (Objekt, Haftpflicht, Gebäude) oder einer Umlage beim Einsatz teurer Gerätschaft (Maschinenstunde), sollten hierbei ausser Acht gelassen werden.

Schwierig war es dennoch bei dieser Gegenüberstellung alle anfallenden Leistungen auf einen vergleichbaren Nenner zu bringen. Ist die kleinste Gefriertrockenanlage am dänischen Nationalmuseum mit diesen Hölzern erst zu einem Drittel belegt, müssen an der Archäologischen Staatssammlung schon zwei Trocknungsvorgänge gefahren werden, da die dortige Anlage schon mit der Hälfte der Hölzer gefüllt ist. Um hierbei nun eine Vergleichbarkeit zu schaffen, wurde in etwa der gleiche Energieaufwand für alle Gefriertrockenanlagen angenommen.
Da die Ermittlung des reellen Verbrauchs bei einer fiktiven Aufgabenstellung nicht nachzumessen ist, lagen zur Berechnung die Laufzeiten und Leistungsaufnahmen der technischen Geräte zu Grunde.
Alle Werte sind geschätzte oder berechnete Werte, die mit Sicherheit hier und dort noch nachgebessert werden könnten - der Vergleich soll lediglich die grösseren Unterschiede der verschiedenen Behandlungsmethoden aufzeigen und "ein wenig davon leben", wie die Kollegen anfallende Tätigkeiten unterschiedlich zeitlich bewerten. So werden auch nur die technischen Geräte aufgelistet, anstatt die "einmaligen" Anschaffungskosten zu errechnen und zu vergleichen.

In folgender Tabelle finden sich die Summen und Kernaussagen im Vergleich. Die detaillierteren Berechnungen und Informationen, die dieser Vergleichstabelle zu Grunde liegen sind zu jeder Methode in der ersten Spalte anklickbar.

  Material (€) Zeit (h) Strom (kWh) Wasser (l) Entsorgung (€) Dauer der Konservierung (Monate) Umgang mit Gefahrstoffen Gesonderte Entsorgung von Problemstoffen
Kauramin / Mainz 1460 152 198 7750 0 27 nein nein
PEG / München 1339 194 6961 4200 0 22 nein nein
PEG / Brandenburg 1171 127 5234 6000 0 24 nein nein
PEG / Kopenhagen 950 143 13831 1340 2960 42 nein ja
Zucker / Dresden             (Biozide)?  
Alkohol-Ether / Zürich             ja  
Silikonöl / Texas             ja